Unsere Reise mit der MSC Musica vom 27.12.06-7.1.07

1.Tag                                                                                              Bilder vom ersten Tag

Nach einer abenteuerlichen Anreise über Düsseldorf, Bergamo sind wir, Eltern mit 2 Kindern 10+12, mit dem Zug in Genua angekommen. Eine kurze Taxifahrt und wir stehen an der Ponte dei Mille, dem Einschiffungspunkt von MSC, zu unserer ersten Kreuzfahrt.

Unsere Koffer werden uns sofort von freundlichen Gepäckträgern aus den Händen genommen, mit den vorgefertigten Bändern versehen und schon verschwinden sie in einem Gitterkorb, endlich von der Last befreit! Wir folgen den Hinweisen zur Einschiffung und stehen kurz darauf in der Abfertigungshalle. Wir kamen um 15.00 Uhr (Einschiffung bis 16.00 Uhr) und waren erfreut über den geringen Andrang.

Die Abfertigung ging flott voran, wir wurden nett empfangen, alles machte einen professionellen Eindruck, zum Glück ohne die übertriebene, aufgesetzte Höflichkeit, die man oft bei Reiseunternehmen findet. 20 Minuten nach Ankunft waren wir an Bord. Kleine Verzögerungen traten eigentlich nur am Sicherheitscheck und an der Passkontrolle der Polizia auf, für die MSC wohl nichts kann.

Wir wurden umgehend von unserem Kabinensteward zu unserer Kabine geleitet, eine kurze Einweisung und das Schiff gehörte uns.

Wir sind überwältigt von der Pracht und der hochwertigen Einrichtung, alles macht einen gepflegten, gediegenen Eindruck. Unsere Kabine ist ausreichend groß, selbst für 4 Personen. Leider gab es keine 4-Bett-Kabinen mit Balkon, aber ein riesiges rundes Fenster lässt kein Engegefühl aufkommen.

Unsere Kinder flitzten gleich los und sahen sich das gesamte Schiff an. Als ich meinen Sohn später fragte, wie ihm das Schiff gefalle, sagte er “sehr gut”, wobei sonst ein müdes “gut” das höchste Lob ist, das er aussprechen kann.

Um 17.45 gab es Abendessen im Maxims. Sohn Nr.2 sagte, es wären die besten Spaghetti Bolonese, die er je gegessen hätte und er würde gern noch einen Teller essen, wenn er nicht schon satt wäre. Das Hähnchenschnitzel von Sohn Nr.1 war etwas schlapp, die Pommes sehr fettig. Der Lachs meiner Frau sehr schmackhaft, aber es gab ein paar Gräten, die man beim Lachsschnitzel vielleicht nicht erwartet. Mein Schweinefilet war sehr gut. Aber das Beste war der Nachtisch, ein Parfait mit Schokoladeneis, bzw eine Birnentorte hat alles wieder rausgerissen- einfach Spitze.

Während des Essens ging die Reise los, eigentlich nur zu merken an den Lichtern, die sich langsam entfernten. Das Schiff ist sehr ruhig, wir haben unsere Kabine auf Deck 8, Backbordseite im vorderen Bereich und hören nur ein leichtes Motorengeräusch, so gut wie keine Vibrationen.

Die erste Nacht ist rum, ich habe sehr gut geschlafen, das Schiff liegt sehr ruhig, bisher absolut keine Bewegung, allerdings haben wir wohl auch ruhige See.

Ein paar erste Bilder: guckst du hier.


2. Tag

Heute sind wir den ganzen Tag auf See. Als die Sonne aufgeht, ist auch klar, warum man von den Schiffsbewegungen überhaupt nichts spürt, die See ist glatt wie ein Kinderpopo. Es geht zum Frühstück, man kann sich aussuchen, ob im Restaurant oder am Buffee. Wir nehmen das Buffee im Gli Archi. Es gibt alles was das Herz begehrt, viel frisches Obst, sicher wird der eine oder andere noch etwas vermissen, aber wir waren zufrieden.

Die Säfte kommen aus dem Automaten, sind aber schmackhaft. Der Kaffee soll etwas dünn sein, sagt meine Frau, ich trinke keinen Kaffee, aber sie trinkt ihn sonst auch, das der Löffel drin stehen kann.

Das Servicepersonal ist sehr aufmerksam, ein runtergefallener Löffel wurde in Sekundenschnelle ersetzt, allerdings sind auch die Teller schnell verschwunden, wenn man nur einen Augenblick das Essen unterbricht.

Es wird langsam wärmer und das Sonnendeck füllt sich, einige Mutige benutzen selbst die Pools.Auf Deck 14 laufen die Jogger, irgendwo muss das viele Essen schließlich bleiben. Aber bald werden die Jogger weniger und die Sonnenliegen erobern das Deck. Wie schon jemand vorher geschrieben hat, sind die nicht die bequemsten. Entweder stößt man mit dem Kopf an die obere Stange oder die Füsse hängen über den Rand, aber auf jeden Fall gibt es genügend und auch genügend Platz. Das mag im Sommer anders sein.

Überhaupt ist das Schiff so durchdacht, das nirgenwo Gedränge entsteht, die Gänge sind sehr breit, selbst das Theater leerte sich sehr schnell, ohne Stau. Vielleicht aber ist das Schiff auch nicht ausgebucht, ich habe jedenfalls, auch in den Restaurants noch kein Gedränge erlebt.

Am Seetag wurden viele Aktivitäten angeboten, so das es nicht langweilig wurde, über Tischtennis-Kickerturnier, Spanischkurs, Tanzkurs, Quizz, Walking, Streching, Bingo usw, konnte man alles gar nicht mitmachen.

Der Internetzugang, wie ihr seht, funtioniert problemlos, überall kommt man drahtlos ins Netz, ist allerdings recht teuer-1Stunde 20Euro.

Zu den Preisen allgemein, die Getränkepreise sind ziemlich happig, das Weizenbier kostet zB 5,10 Euro, aber wenn ich bedenke, dass meine Dorfkneipe auch schon 3,30 Euro nimmt, kann ich damit leben. Dafür sind die die Preise in den Shops recht moderat und unterscheiden sich kaum von denen zu Hause.

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Das Abendessen war durchwachsen, ein Stück Fleisch war zäh und sehnig, das andere zehr zart. Meine Frau war mit ihrem Fisch wieder zufrieden. Der Nachtisch, zb gab es Tiramisu, war wieder spitze. Der Service ist ausgezeichnet, es wird in einer Geschwindigkeit serviert, die ich von unseren heimatlichen Restaurants nicht kenne. Immer wieder erstaunlich wie man so viele Menschen so schnell satt bekommt.

Nach dem Essen gab es eine Show im Theater. Die Vorstellung war zwar nicht Weltklasse, aber mit soviel Schwung und Begeisterung vorgetragen, das alle hingerissen waren. Mein Sohn Nr. 1 sah sich sogar die zweite Vorstellung an, wo ich ihn zu Hause nie in eine solche Veranstaltung hätte kriegen können.

Der Abend klang aus mit netter Tanzmusik der Band Los Paraguayos, ein schöner gelungener Tag auf See.

Die spanische Küste ist in Sicht, wir freuen uns auf Malaga.


3.Tag

Wir sehen morgens schon die spanische Küste, beim Frühstück im Gli Archi hat man einen phantastischen Ausblick. Die Fensterscheiben gehen bis auf den Boden, wenn man am Fenster sitzt, kann man direkt aufs Wasser gucken.

Nach dem Frühstück kommt der Hafenlotse an Bord und es beginnt das Anlegemanöver. Immer wieder faszinierend, wie sich ein solcher Riese mit Hilfe der Strahlruder metergenau in eine Lücke einpassen läßt, ohne jede Schlepperhilfe.

Nachdem die Musica angelegt hat, gehen relativ schnell die Ersten von Bord.Wir folgen etwas später und kommen ohne jedes Gedränge von Bord.

Unten stehen schon wieder die üblichen Fotografen, wir lehnen aber dankend ab, sind schon genug fotografiert worden. Diese Fotografiererei zu jeder Gelegenheit ist schon etwas lästig. An Land sehen wir die Musica zum ersten Mal in ihrer vollen Größe.

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Es gibt sicherlich schönere Schiffe, aber sie beeindruckt schon, ist einfach gewaltig. Ich wüßte allerdings auch nicht, wie man ein Schiff mit so vielen Balkonen anders und schöner bauen könnte.

Viele Paxen werden von Bussen zu den gebuchten Ausflügen abgeholt, die waren uns aber zu teuer. Ich finde die Preise dafür zum Teil einfach unverschämt. Wir kennen die Region aber gut durch frühere Urlaube und sind einfach nur nach Malaga zum Shoppen gefahren. Zurück sind wir zu Fuß ca 3 km. Wir haben Getränke gekauft, da die Kinder ständig Durst haben und wir nicht immer die teuren Drinks an Bord kaufen wollen. Die konnten wir auch problemlos mit an Bord nehmen, alkoholische Getränke soll man nicht mitbringen dürfen, werden angeblich bis zur Ausschiffung eingelagert, werden wir noch ausprobieren.

Das Wetter war gut in Malaga, Sonne, 20 Grad, fast wie im Sommer zu Hause. Während des Abendessens legten wir ab. Um 23.00 Uhr passierten wir Gibraltar und jetzt auf dem Atlantik spürt man die ersten leichten Schiffsbewegungen. Vorher hatte ich immer das Gefühl ich wäre in einer Ferienanlage und nicht auf einem Schiff.

ein paar Bilder


4.Tag

Heute den ganzen Tag auf See, morgen um 8.00 Uhr sollen wir in Funchal anlegen. Beim Frühstück beobachten wir durch die Panoramafenster den Sonnenaufgang. Es ist sonnig und wird heute richtig schön warm, die Sonnenliegen erfreuen sich großer Beliebtheit, die ersten springen in die Pools.

Übrigens kann man auch draußen auf Deck früstücken, vor dem Gli Archi stehen zahlreiche Sitzgruppen.

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Nachdem wir alle im Whirlpool waren, geht es ans Tagesprogramm. Es hat mal jemand geschrieben es gibt wenig Aktivitäten auf der Musica, das kann ich nicht bestätigen. Entweder hat derjenige das Tagesprogramm nicht gelesen, oder MSC hat inzwischen nachgebessert. Ich habe jedenfalls meine Frau erst am Nachmittag wieder getroffen zu einem gemeinsamen Tango Tanzkurs. Sie war zum Joggen, zum Streching, zum Kunstgemüseschneiden zum.........

Es werden so viele Aktivitäten angeboten, dass die Stunden des Tages gar nicht ausreichen, um alles mitzumachen, wenn man zwischendurch auch noch etwas essen will.

Als angenehm empfinden wir, dass der größte Teil des Schiffes rauchfrei ist, so darf nur in 2-3 Bars, im Casino, in der Disco und im Außenbereich vor der Blue Marlin Bar geraucht werden, so dass die Raucher kaum stören.

Nach dem Abendessen, an dem es heute wirklich nichts auszusetzen gab, meine Putenbrust zerging auf der Zunge, meiner Frau schmeckte der Zackenbarsch und die Kinder haben zu ihren 5 Lieblingsgerichten noch 2 dazugefügt: Mousse au Chocolat und Lasagne, gingen wir ins Theater. Heute war Klassisches Konzert angesagt.

Es war wirklich nett anzuhören, der Sopranistin fehlte etwas Volumen, aber sonst sehr unterhaltsam, wie übrigens bisher alle 3 Vorstellungen, die wir besucht haben.

Das Theater selbst ist ein Gedicht, für ein Kreuzfahrtschiff riesig, geht über mehrere Decks, ich denke manche Stadt wäre glücklich über solch ein Theater. Auch die Technik, Sound, Beleuchtung, Vorhänge, Videoleinwände machen einen professionellen Eindruck. Das einzig negative, in den oberen Reihen sind Geländer aus Messingrohren installiert. Die sind zwar schön poliert und sehen toll aus, sind aber, wenn man sitzt, genau in Augenhöhe, etwas tiefer, wäre perfekt. Aber wahrscheinlich bestimmte hier irgendeine Unfallverhütungsvorschrift die Höhe, denn die Sitzreihen gehen hier, wie in einem Amphitheater, steil nach oben.

Nach dem Theater besuchten wir noch eine Karaokeveranstaltung, neben den üblichen peinlichen Auftritten, die für viel Heiterkeit sorgten, waren auch ein paar schöne Stimmen dabei.

Anschließend wurden im gesamten Unterhaltungsbereich, der von einer Bar in die andere übergeht und sich praktisch über die gesamte Schiffslänge erstreckt, Musik und Tanz angeboten.

Es war wieder ein erfüllter, gelungener Tag auf See, wir freuen uns auf Madeira.

 


5.Tag

Im Morgengrauen kommen wir in Madeira an, schnell gefrühstückt und ab an Land. Das Anlegemanöver ging ruckzuck, wir konnten das Schiff wieder ohne Stau verlassen. Dafür, dass angeblich alle Kabinen belegt sind, geht das ein-und ausschiffen immer erstaunlich reibungslos.

Leider erfuhren wir, dass wir um 14.00 Uhr schon wieder an Bord sein müssen.

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Die Hafenbehörden hatten keinen längeren Aufenthalt genehmigt, geplant war bis 19.00 Uhr, weil insgesamt 10 Kreuzfahrer vor Funchal lagen und die Aidablu scharf auf unseren Liegeplatz war. Alle wollten das Feuerwerk von Funchal sehen.

So blieb uns nur Zeit für die obligatorische Seilbahnfahrt auf den Monte, die Schlittenfahrt ersparten wir uns, da eine lange Warteschlange und die stolzen Preise, 50,-Euro für 4 Personen, unsere Lust merklich schrumpfen ließ. Der Abstieg vom Monte, die steilen Gassen hinunter, mit Blick auf den Hafen, war ein Erlebnis. Auch die ganze Stadt war noch vom Weihnachtsfest festlich geschmückt, mit tausenden von Lichterketten.

So waren wir wieder rechtzeitig an Bord und genossen den Nachmittag bei herrlichem Sonnenschein und über 25 Grad auf dem Sonnendeck.

Als kleine Entschädigung fuhr die Musica die Küste Madeiras rauf und runter um pünktlich zum Feuerwerk wieder vor Funchal auf Reede zu liegen. Nach einer Bingoveranstaltung folgte das Abendessen, welches für einen Silvesterabend nur durchschnittlich war. Dafür gab es wieder eine tolle Show im Theater, danach überall Musik und Tanz und Vorbereitung auf Silvester. Auf dem Sonnendeck wurde Sekt serviert bis zu Abwinken. Um 24.00 Uhr dann das Feuerwerk auf Funchal, einfach toll. Wir haben noch nie solch ein grandioses Feuerwerk erlebt, die ganze Stadt schien zu brennen.

Danach ging es flott weiter, wir verließen Madeira, auf dem Sonnendeck ging die Party richtig los. Leider ist es heute wohl überall Mode, das die Regler soweit aufgedreht werden, dass die Boxen total übersteuern. Ich höre auch gern laute Musik, aber ein sauberer Klang sollte schon sein.

Im Gli Archi war das Mitternachtsbuffee aufgebaut, reichlich und schön anzusehen, aber es gab nur Süßes, vielleicht in Italien zu Silvester üblich.

Heute erwartet uns wieder ein erholsamer Tag auf See, auf der Fahrt nach Casablanca.

ein paar Bilder


6.Tag

Heute ist ein ruhiger Tag auf See angesagt, morgen um 9.00 Uhr sollen wir in Casablanca sein.

Es ist sonnig, leicht bewölkt, Windstärke 3-4. Um im Badeanzug auf Deck zu liegen ist es zu windig, aber sonst ist es angenehm warm. Die See ist ruhig, wir haben eine lange Dühnung, die das Schiff leicht um die Längsachse rollen läßt. Das ist aber kaum merkbar und schon gar nicht störend.

Dass das Schiff schon  kleinster Seegang auf den Wellen tanzen läßt, wie mal jemand schrieb, kann ich nicht bestätigen. Bisher hatten wir auf der gesamten Reise nur kaum merkbare Schiffsbewegungen.

Die Spuren der Silvesterparty sind schon alle beseitigt. Überhaupt wird hier ständig geputzt und gewischt, das Schiff sieht immer aus wie aus dem Ei gepellt. Jeden Abend werden die Liegestühle aufeinander gestapelt und seeklar gemacht, morgens, wenn wir zum Frühstück übers Deck gehen, stehen alle schon wieder parat.

Wir sind kurz vor Casablanca und haben hier den ganzen Tag Zeit, die Stadt zu erkunden.


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7.Tag

Als wir aufstehen, laufen wir gerade in Casablanca ein. Aus den Panoramafenstern des Gli Archi können wir das Anlegemanöver beobachten.

Heute haben wir eine neue Entdeckung gemacht. Hinter dem Restaurant befindet sich noch ein Achterdeck mit Tischen, so dass man auch an der frischen Luft essen kann, mit herrlichem Ausblick.

Die Ausschiffung erfolgt wieder ohne Wartezeit, nach dem wir eine Armada von Taxifahrern abgewehrt haben, die uns alle Casablanca zeigen wollen, können wir uns endlich auf den Fussmarsch in die Stadt machen. Viele Gäste sind nicht zu Fuss unterwegs, die meisten haben wohl Ausflüge gebucht. Bis zur Medina sind es ca 2 Kilometer. Aber die Geschäfte sind noch alle geschlossen, so machen wir uns auf den Weg zur Moschee Hassan 2.

Als wir uns nähern, wird gerade zum Gebet gerufen, was wohl noch in weiter Entfernung zu hören ist.

Die Moschee ist wirklich gewaltig und beeindruckend, wie sie dort direkt am Atlantik steht, als Kontrast zu der Armut, die einem überall begegnet. Man fragt sich, wie das zusammenpasst.

Nach Friseurbesuch, Haareschneiden ca 3,-Euro, Cafebesuchen, landen wir wieder im Basar, der jetzt erwacht ist. Viele Läden haben allerdings geschlossen, weil heute noch ein arabischer Feiertag ist. Ein Einheimischer bringt und dann in ein jüdisches Viertel, für die die Feiertage wohl nicht gelten, hier ist alles geöffnet. Wir finden alles was wir suchen und werden im Feilschen immer geübter. Ruckzuck ist der Tag rum und es beginnt dunkel zu werden, wir fahren lieber wieder an Bord. Nach einem Streit zwischen 2 Taxifahrern, die uns beide wohl als Fahrgäste haben wollten, gelangten wir nach einem erlebnisreichen Casablancabesuch wieder an Bord.

Das Essen war heute wieder sehr gut, ich hatte Rinderfilet, sehr zartes Fleisch, meine Frau Fisch, mit dem sie auch sehr zufrieden war. Zum Glück gibt es ein paar Ausweichgerichte, die täglich angeboten werden. Diese sind wohl speziell auf den Kindergeschmack ausgerichtet, da die oft die angebotenen Menüs nicht mögen.

Im Theater war heute wieder klassisches Konzert, leider verschlafen, man kann nicht alles mitmachen, danach gab es noch Bauchtanzunterricht, hat den Frauen wohl Spass gemacht, die Vortänzerein war jedenfalls nett anzusehen.

Ein schöner Tag geht zu Ende. Morgen ist wieder Erholung auf See angesagt.

ein paar Bilder


8.Tag

 Der Atlantik ist erstaunlich glatt, das Schiff liegt fast so ruhig wie im Mittelmeer. Wir haben sonniges, wolkenloses Wetter und verbringen den ganzen Tag auf dem Sonnendeck. Hier lief mir auch Trudi über den Weg, sie hatte mich auf Bildern im Reisebericht erkannt. Wir waren wohl schon einige Male aneinander vorbeigelaufen, ohne zu wissen wer wir sind. Nach leckerem Abendessen und toller Show, gehen wir heute früh ins Bett und freuen uns auf Valencia.


9.Tag

Zum Frühstück laufen wir in Valencia ein. Es ist schon morgens warm, wir essen draußen. Die Ausschiffung geht wieder mal ohne Wartezeit von statten. Vor dem Terminal wartet ein Shuttlebus, der uns zur Hafenausfahrt bringt. Von hier nehmen wir den Linienbus zur Innenstadt. Wir wurden von MSC mit kopiertem Stadtplan versorgt, auf dem allerdings absolut nichts zu erkennen ist.

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Was die Information in den Häfen betrifft, läßt MSC seine Gäste ziemlich im Regen stehen. Die Passagiere, die Ausflüge gebucht haben, werden wohl gut bedient, aber die auf eigene Faust Land und Leute erkunden wollen, könnten besser versorgt werden. Ich denke, wenn man vielleicht mit den ortsansässigen Touristeninformationen zusammenarbeiten würde, gäbe es auch gedruckte Stadtpläne und bessere Informationen. Selbst über den Shuttlebus im Hafen wurde nicht berichtet, auch soll es einen Bus vom Bahnhof direkt zum Schiff gegeben haben, über den wir auch von der Schiffsleitung nichts erfuhren. Auf diesem Feld müsste MSC dringend nachbessern.

Aber Valencia entschädigte uns mit Sonnenschein, wolkenlosem Himmel, 24 Grad und einer sehr schönen Stadt. Wir wären gern noch einen Tag geblieben.

Leider mußten wir schon um 17.30 Uhr wieder an Bord sein, natürlich kam wieder mal ein Ehepaar zu spät und hielt das ganze Schiff auf, was die anderen Paxen auf den Balkonen mit Klatschen quittierten, als sie dann endlich kamen.

Zum Abendessen hatte ich Steak gegrillt, welches zwar schmackhaft und zart, aber sehnig war.

Nach dem anstrengenden Tag in Valencia, ließen wir den Theaterabend ausfallen und gingen früh zu Bett.

Morgen geht es nach Civitavecchia und wir sind den ganzen Tag auf See.

 


10. Tag

Als wir aufwachten, war etwas anders als sonst. Zum ersten Mal schaukelte das Schiff ein wenig. Ich ging ein Deck tiefer, auf das Bootsdeck, gegen die Tür drückte der Wind so stark, dass sie nur mit aller Kraft zu öffnen war. Wir hatten Windstärke 8-9 und ziemlich rauhe See.

Das war auch beim Frühstücksbüffet zu spüren, es waren viel weniger Gäste anwesend als sonst. Auch meine beiden Jungs zogen es vor, im Bett zu bleiben, mit grünen Gesichtern.

Aber dass die Musica bei Schlechtwetter wie ein Korken auf den Wellen tanzt, kann man wirklich nicht sagen, im Gegenteil. Ich meine, sie hat sogar gute Manieren auf See. Sie hat eigentlich nur etwas um die Längsachse geschaukelt, nie unangenehm. So standen zb 3 Zahnpastatuben hochkant auf der Spülenablage nach dem Sturm noch genauso da.

Der Sturm beruhigte sich langsam, als wir Die Bonifaziusstrasse (zwischen Korsika und Sardinien) erreichten, war wieder alles ruhig.

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Wegen des Sturms konnten wir nicht an Deck sitzen, also machten wir einen kleinen Frühschoppen, mit Trudi, Rudi (Trudis Mann), ihren Tischnachbarn und dem laptop-man.

Bald war schon wieder Abendessen. Diesmal war das Rinderfilet zart und sehnenfrei, wie aus dem Steakhaus. Das Perlhuhn von Max war allerdings geschmacksneutral, die Pasta als Vorspeise sehr gut.

Als Dessert gab es eine Überraschung. Alle Köche und Kellner kamen im Gänsemarsch und trugen Eistorten mit darauf brennenden Lichtern. Max wollte dem Koch, wegen des misslungenen Perlhuhns schon die Ohren langziehen, aber die Eisbombe schmeckte so lecker, dass das Huhn schnell vergessen war. Allerdings enthielt die Portion bestimmt die Hälfte der Kalorien unseres Tagesbedarfs.

Nach dem Essen gab es noch einen Abschiedscocktail und man konnte sich mit dem Kapitän fotografieren lassen, haben wir aber bescheiden drauf verzichtet.

Das Beste aber war die Show im Theater. Sie löste wahre Beifallsstürme aus. Ich hoffe das die Truppe auch weiter an Bord bleibt und nicht nur für die Silvesterreise engagiert wurde und alle die nach uns mit der Musica fahren, auch noch in den Genuss kommen.

Ein paar Bilder

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Die Bilder aus Valencia stammen zum größten Teil von Trudi.


11. und 12. Tag

Wir erreichen pünktlich zum Sonnenaufgang Civitavecchia. Heute soll es nach Rom gehen. MSC bietet einen Ausflug: Rom auf eigene Faust, zum Preis von 41,-Euro. Darin ist nur die Hin-und Rückfahrt nach Rom enthalten. Es gibt auch eine große Tour mit Stadtrundfahrt und Mittagessen, kostet 90,-Euro. Das können wir billiger.

Der Bahnhof liegt ca 500m vom Liegeplatz der Musica entfernt. Die Rückfahrkarte nach Rom kostet etwa 10,-Euro. Leider ist der Zug gerade weg, der nächste fährt erst in 1,5 Stunden. Die Touristeninformation informiert uns über einen Bustransfer für
25,-Euro, immer noch 16,-Euro billiger als das MSC-Angebot. Der fährt sofort ab, also nichts wie hin. Nach 1 Stunde Fahrtzeit werden wir in der Nähe des Petersdoms abgesetzt. Auf dem Petersplatz ist dichtes Gedränge, auf Videoleinwänden ist der Papst bei einer Messe zu sehen, wahrscheinlich die Wiederholung der Weihnachtsmesse. Alles ist noch weihnachtlich geschmückt, mit Riesenkrippe usw.

Viel Zeit haben wir nicht und wir wollen möglichst viel von Rom sehen. Also machen wir die Große Tour, Spanische Treppe, Trevibrunnen, Forum Romanum, Kollosseum, usw.

Die Füße schmerzen schon, aber es hilft nichts, um 16.30 Uhr müssen wir wieder am Bus sein, wann hat man schon mal die Gelegenheit Rom zu sehen? Überall wird man von Geschichte erschlagen, trotz der Mühen, es hat sich gelohnt, hierher müssen wir unbedingt nochmal kommen, mit mehr Zeit.

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Ein paar Bilder

Wir legen noch einen Gang zu und sind überpünktlich wieder am Bus. Alles umsonst, natürlich verspäten sich wieder 4 Mitreisende und wir müssen warten. aber schließlich treffen auch die ein und es geht zurück zum Schiff.

Der Fahrer ist etwas orientierungslos, verfährt sich zweimal kurz, bringt uns dafür aber bis direkt vors Schiff, nachdem er uns als Krönung, zu einem Costa-Schiff bringen wollte, aber dafür kann MSC nichts.

Wir schaffen es rechtzeitig zum Abendessen, welches diesmal auch gut gelungen war und verabschiedeten uns von unserer Bedienung.

Den Rest des Abends ließen wir ruhig angehen und packten dann unsere Koffer, da sie nachts abgeholt werden sollten, um sie für die morgige Ausschiffung zu verfrachten.

Am letzten Tag standen wir früh auf, um 7.30 Uhr sollten wir die Kabine verlassen, denn um 11.00 Uhr beginnt schon wieder die Einschiffung der neuen Gäste.

Vorher wurden alle Gäste nach Farben aufgeteilt und ihnen Wartezonen zugewiesen, die man aber auch verlassen konnte, es stand noch das ganze Schiff als Warteraum zur Verfügung.

Nach und nach wurden die Farben aufgerufen und die Passagiere verließen in Gruppen das Schiff. Dies ging alles in Ruhe und ohne Hektik und Gedränge ab. Wir konnten 1,5 Stunden nach Festmachen des Schiffes, dieses verlassen. In der Abfertigungshalle stand schon unser Gepäck und wir waren in Nullkommanix am Taxi. Ich denke, schneller und besser kann man über 2500 Passagiere nicht von Bord bringen.


Fazit

Es war unsere erste Kreuzfahrt, deshalb müssen oder können wir ganz vorbehaltlos die Reise bewerten.

Die Musica ist sehr komfortabel und eigentlich schon luxuriös eingerichtet. Die Kabinen sind geschmackvoll gestaltet, ausreichend groß, bieten viel Stauraum, die Koffer passen unter die Betten, eigentlich vermisst man nichts, sogar einen einfach zu bedienenden Tresor gibt es. Die Räume sind mit gut funktionierender Klimaanlage, Flachbildfernseher, Minibar, Telefon und Internetanschluß ausgerüstet.

Die Flure und Treppenhäuser, die Bars und Restaurants sind großzügig angelegt, es kommt nie ein Engegefühl auf und wir hatten nie das Gefühl, auf einem voll belegten Schiff zu sein. Selbst am Frühstücksbüffee gab es nie Gedränge.

Das Seeverhalten der Musica ist gutmütig. Man merkte kaum, daß man auf einem Schiff ist, die meiste Zeit waren die Bewegungen gleich null. Nur im Atlantik, bei langer Dünung, schaukelte das Schiff leicht. Etwas mehr schaukelte sie bei einem Sturm mit Windstärke 8-9 im Mittelmeer. Es reichte aus, um einige Gäste seekrank werden zu lassen, ich habe allerdings nichts gespürt und ich bin nicht immun gegen Seekrankheit.

Die äußere Erscheinung der Musica ist Geschmacksache, manche finden sie hässlich, ich finde sie einfach beeindruckend und gewaltig. Als ich aber die Costa Concordia und die Aidablu gesehen habe, muß ich sagen, die sind auch nicht schöner, eben alles seefahrende Bettenburgen. Wie klassische Kreuzfahrtschiffe sehen die modernen Cruiser alle nicht mehr aus, so werden die Kreuzfahrten jedenfalls bezahlbar. Ich fahre lieber zweimal mit einem häßlichen, als einmal mit einem schönen Schiff. Wichtig ist der Kern und nicht die Schale.

Der Service ist erstklassig, die Betten wurden jeden Tag gemacht und abends sogar die Decken aufgeschlagen, so dass man nur noch ins Bett schlüpfen mußte, habe ich bisher noch in keinem Hotel erlebt. Ständig wird geputzt und gewienert, besonders die hochglanzpolierten Messinggeländer, ich habe nie auch nur einen Papierschnipsel rumliegen sehen.
Beim Frühstück ist das schon fast lästig, leere Teller werden sofort abgeräumt, die Leute scheinen Adleraugen zu haben.
Das Gleiche gilt auch für die Restaurants, die Bestellungen werden flott ausgeführt, zwischen den Gängen entstehen kaum Wartezeiten.
Die Reparatur einer defekten Leseleuchte zog sich etwas hin und klappte erst als wir nachhakten, dafür stand der Retter nach 5 Minuten vor der Tür, als wir mal einen falschen Code in unseren Tresor eingaben.

Das Essen hatte einige Schattenseiten, war aber überwiegend gut. Ich würde ihm die Note 2-3 geben, allerdings bin ich weder Gourmet noch Gourmand. Ich kann nur das Frühstück und Abendessen bewerten, da ich das Mittagessen nie in Anspruch genommen habe, meine Frau und meine Kinder waren aber immer zufrieden.

Das Animationsangebot war in Ordnung und völlig ausreichend.

Das Unterhaltungsprogramm war sehr gut. Wir haben fast jede Vorstellung gesehen, es waren alle begeistert. Nach den negativen Vorberichten, vermute ich fast, daß wir eine neue, oder extra für Silvester engagierte Truppe an Bord hatten. Jede Vorstellung löste wahre Beifallsstürme aus.

Das Theater selbst ist ein Gedicht und wie ich von anderen Reisenden hörte, haben sie noch kein Schiff mit einem solch tollen Theater erlebt.

Die Getränkepreise sind happig, aber wohl branchenüblich. Mein Nachbar, im Oktober auf einem Aida-Schiff, sagte, daß dort ähnliche Preise gelten. Die Preise für die Ausflüge grenzen an Seeräuberei, wir haben deshalb auch keinen Ausflug mitgemacht.
Die Reisepreis selbst war wieder sehr günstig, so hat mein Nachbar für 7 Tage Aida etwa das Gleiche bezahlt wie wir für 12 Tage Musica. Jetzt sind dort die Getränke zum Essen inklusive, die Anreise ebenfalls, hier braucht man einen spitzen Bleistift. Wenn man aber als Familie reist, ist MSC unschlagbar, reisen die Kinder doch umsonst mit.

Das Ein-und Ausschiffen ging flott und professionell ab, ohne jedes Gedränge, ohne Schlangestehen. So waren wir beim Einschiffen nach 20 Minuten an Bord. Beim Ausschiffen waren wir 1,5 Stunden nach dem Festmachen von Bord, die ersten schon nach einer halben Stunde.
In den Häfen konnten wir das Schiff jedesmal ohne die kleinste Warteschlange verlassen. Beim Betreten standen wir nur zweimal in einer kleinen Schlange mit 2-3 Minuten Wartezeit, weil Taschen jedesmal wieder gescannt wurden.

Die Information über Ereignisse an Bord war sehr gut, wurde auch immer in 4 Sprachen, natürlich auch deutsch, durchgegeben. Die Information über die Häfen, Shuttlebusse, Bus-und Zugverbindungen war sehr schlecht. Mehr als schlecht kopierte Stadtpläne und kurze Informationen über die Geschichte und Sehenswürdigkeiten der Orte gab es nicht.Hier sollte sich MSC mehr um seine Gäste kümmern. Es gibt schließlich viele Gäste, die Land und Leute auf eigene Faust erkunden möchten.

Im Großen und Ganzen, hat es uns sehr gut gefallen auf der Musica. Das Positive hat das Negative weit in den Schatten gestellt. Wir werden wieder mit der MSC Musica fahren.


Werner Krause, Sabine Köster-Krause, Max und Lukas

werner@stroehe.de